Orge Zurawski

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Georg „Orge“ Zurawski aus Beulbar geht mit 78 auf Leierkasten-Tour.
Am Freitag, 22. April 2016 kam Orge ins Kreuzgewölbe Schöngleina.

Andere haben sich in seinem Alter längst zur Ruhe gesetzt. Georg „Orge“ Zurawski aus Beulbar im Saale-Holzland-Kreis kann sich das nicht vorstellen. Wenige Wochen nach seinem 78. Geburtstag im März 2016 geht er mit Freunden als Leierkasten-Orge auf Tour.
Beulbar. 13 Jahre hat Georg Zurawski, der von Freunden kurz „Orge“ genannt wird, an seinem Am-Vieh-Theater in Beulbar „gebuddelt“: Bühne und neue Bänke gebaut für die Zuschauer am alten Haus seiner Eltern, den Rasen auf dem Riesengrundstück gemäht und Wege beräumt. Und er hat mit einem Verein im Sommer alljährlich ein Konzert-Theater-Spektakel organisiert, das mittlerweile nicht nur Besucher und Künstler aus Thüringen in das kleine Dorf im Saale-Holzland-Kreis lockt.
Über einen Freund ist der Sänger, Schauspieler, Restaurator und was nicht alles zu einem Leierkasten der berühmten Berliner Drehorgelbauer-Dynastie Bacigalupo gekommen. Ein Zufall? „Eher nicht, irgendwie schließt sich der Kreis.“ Orges Familie stammt aus Berlin. Sein 1926 verstorbener Großvater – er hieß ebenfalls Georg und wurde Orge genannt – hatte im Ersten Weltkrieg einen Arm verloren und durfte „durch Kaisers Gnade“ als Invalide mit der Drehorgel seinen Lebensunterhalt verdienen.
Wenn Georg Zurawski Anfang zu seiner Leierkasten-Tournee aufbrechen wird, hat er mit Sicherheit seinen Großvater im Kopf. Singen und spielen wird er nicht nur rührselige Lieder wie „La Paloma“, „Müde kehrt ein Wandersmann zurück“, „Die Rose vom Wörthersee“ oder „Abends, wenn die Heide träumt“, die das Repertoire der Drehorgel mit ihren Walzen vorgibt. Im Programm hat „Orge“ auch Gedichte und Geschichten von Brecht bis Tucholsky und manche Anekdote rund um das Volk der Leierkastenspieler.
Sicher ist, Georg Zurawski wird sich intensiv auf diese Tour vorbereiten, wie er es als Opernsänger und Schauspieler stets getan hat. Nicht genau geplant hingegen wird die Tourroute: „So macht er eben auch Station, wo es ihm gefällt und lässt die Dinge auf sich zukommen. So landet Orge eben auch bei uns im Kreuzgewölbe, was ihm nicht schwerfallen dürfte, ist er doch mit uns über Jahre in ausgesprochen guter Freundschaft.
Letztendlich“, sagt „Orge“ – wieder mit diesem ansteckenden Lächeln – „ist meine Orgel eine Art Rollator mit Leier zum Festhalten.“ Viel Glück!

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